16.12.2018
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Probleme der Haut

Die Haut ist unser größtes Körperorgan und bildet einen Schutzwall gegen schädliche Einwirkungen von außen, seien dies Keime oder physikalisch-chemische Einwirkungen wie Sonnenstrahlen und anderes.

Die Haut regelt unsere Körpertemperatur, speichert Wasser, Fett und Vitamin D. Die Haut braucht Pflege und Aufmerksamkeit. Eine allogene Transplantation stellt eine erhebliche Belastung für die Haut dar. Sie kann direkt geschädigt werden oder unter den Folgen der Stammzelltransplantation leiden. Besonders betroffen sind Patienten nach Ganzkörperbestrahlung und solche mit einer GvHD.

Auftreten kann eine vermehrte Zeichnung der kleinen Hautgefäße(Teleangiektasien). Manchmal erinnert das Aussehen dieser Gefäßerweiterungen an eine Spinne, man spricht dann von so genannten „Spidernaevi“.

Am häufigsten findet man diese Veränderung in bestrahlten Hautgebieten.

Die Haut kann sich in ihrem Aussehen, aber auch in ihrer Elastizität und Dicke verändern. Die Haut kann fleckig werden, und es können umschriebene Vernarbungen (Fibrosen), aber auch insgesamt eine Bindegewebsvermehrung auftreten. Eine Verdickung der Haut ist meist mit einem Elastizitätsverlust verbunden. Eine Folge davon kann eine Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit sein. Entscheidend ist die wirkungsvolle Behandlung der zugrunde liegenden GvHD. Krankengymnastik und Hautpflege sind in dieser Situation ebenfalls wichtig (siehe "Pflegeempfehlungen"). Die Haut ist meist verletzlicher und heilt langsamer. Es sollte also darauf geachtet werden, dass es nicht zu Hautverletzungen kommt.

Wenn die Haut fleckig wird, kann das daran liegen, dass in einzelnen Hautbezirken das Pigment verloren geht. Zugrunde liegt eine Autoimmunreaktion gegen Melanozyten. Das sind die Zellen, die unser Hautpigment produzieren. An diesen Stellen ist die Haut dann sehr hell, fast milchig (Vitiligo), und besonders empfindlich gegenüber Sonnenstrahlen.

Ein angemessener Sonnenschutz ist daher besonders wichtig.

Auch das Gegenteil kann in Form einer Überstimulierung der Melanozyten eintreten. Dadurch kommt es zu einer verstärkten Dunkelverfärbung einzelner Hautareale. Typischerweise tritt dies nach der Verwendung bestimmter Chemotherapeutika auf. Zu nennen sind hier Cyclophosphamid, Bleomycin, Busulfan, Hydroxyurea und Methotrexat.

Eine spezifische Behandlung existiert nicht. Hilfreich können aber Schmink-Techniken sein.

Insbesondere nach Bestrahlung ist das Risiko, Hautkrebs zu entwickeln, erhöht. Patienten mit Leberflecken oder anderen Dunkelverfärbungen der Haut sollten einen Hautarzt aufsuchen und mit ihm die Nachsorge besprechen. Fast immer sind diese Pigmentstörungen (Naevi) gutartig, können sich im Einzelfall aber auch bösartig verändern. Wird eine solche Veränderung frühzeitig erkannt, ist Hautkrebs meistens heilbar. Es sollte immer dann ein Arzt aufgesucht werden, wenn sich Veränderungen (Vergrößerungen, Pigmentverschiebungen, Entzündungen) an bekannten Pigmentmalen zeigen.

Generelle Nachsorgeempfehlungen für die Haut sind nicht sinnvoll. Sie sollten je nach Hauttyp individuell festgelegt werden.


Empfehlungen

Die größte Bedeutung hat die Vermeidung eines Sonnenbrandes.

Sinnvoll sind eine angemessene Kleidung, bei der Arme und Beine bedeckt sind, sowie ein Hut. Empfohlen wird eine Sonnenschutzcreme mit einem Faktor 15 oder höher. Auch an wolkigen oder dunstigen Tagen kann die Sonneneinstrahlung so stark sein, dass es zu Hautrötungen oder Sonnenbrand kommt.

Besonders intensiv ist die Sonneneinstrahlung im Schnee, in der Nähe von Wasser und Sand oder in großer Höhe. Hier bedarf es besonderer Vorsicht.

Bräunungsmittel sollten nicht verwendet werden.

Die Sonneneinstrahlung ist tageszeitabhängig, insbesondere zwischen 10 und 14 Uhr ist sie besonders intensiv. Hilfreich kann es sein, bei der Planung der Tagesaktivitäten hierauf Rücksicht zu nehmen.

Es sollte daran gedacht werden, den Sonnenschutz rechtzeitig zu erneuern.

Insbesondere im Wasser ist es wichtig, einen Sonnenschutz zu verwenden, der auch nach dem Baden noch schützt.

Falls die Haut Veränderungen aufweist, sollten Verletzungen oder besondere Belastungen der Haut vermieden werden.

Allgemeine Empfehlungen zur Haut-Nachsorge nach allogener Stammzelltransplantation existieren nicht. Betroffene sollten mit ihrem Transplantationszentrum darüber sprechen, wie in ihrem Falle die Haut-Nachsorge aussehen könnte. Denkbar ist z.B., einen Hautarzt aufzusuchen und - je nach Hauttyp und den vorliegenden Veränderungen - regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen zu vereinbaren.



Vielen Dank für die Bearbeitung an
Dr. med. Dipl. Psych. Andreas Mumm
Klinik für Tumorbiologie - Freiburg


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