16.12.2018
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Probleme der Leber

Die Feststellung der Ursache von Leberfunktionsstörungen kann unter Umständen schwierig sein. Beginn und Verlauf von Veränderungen der „Leberwerte“ (GOT, GPT, Gamma-GT, alkalische Phosphatase, Bilirubin) sowie das Vorhandensein einer GvHD können Hinweise geben. Bei einer GvHD der Leber kann das Medikament Ursodesoxycholsäure (Ursofalk®) wirksam sein.

Falls Patienten chronisch mit Hepatitis-Viren infi ziert sind, bedarf dies besonderer Aufmerksamkeit. Patienten mit Hepatitis B zeigen meist nur mäßiggradige Veränderungen der Leberwerte, während es bei Patienten mit chronischer Hepatitis C häufig zu größeren Schwankungen kommt.

Langfristig kann es bei einer chronischen Hepatitis C in bis zu 25 % der Fälle zu einem bindegewebigen Umbau der Leber (Zirrhose) oder sogar zu bösartigen Leberveränderungen kommen.

Bei einer chronischen Hepatitis sollte – falls von Seiten der GvHD vertretbar - möglichst rasch die immunsuppressive Medikation gesenkt werden. Die Leberwerte und die Virusmenge im Blut (die sog. „Viruslast“) sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Bei einer Hepatitis-C-Virusinfektion sollte nach 8 – 10 Jahren eine Leberbiopsie durchgeführt werden, um das Ausmaß einer chronischaktiven Hepatitis zu bestimmen. Wie wirksam diesbezüglich ein Virenmittel wie Ribavirin ist, ist momentan noch nicht bekannt. Der Einsatz von Interferon ist problematisch, da dadurch eine GvHD ausgelöst oder verstärkt werden kann.

Bei den meisten Patienten besteht im Langzeitverlauf eine Eisenüberladung, die am ehesten an einem erhöhten Ferritin-Serumspiegel abzulesen ist. Einige Experten empfehlen eine Leberbiopsie zur Feststellung des Ausmaßes einer Eisenüberladung. Mit einer Magnetresonanztomographie (MRT) ist es auch möglich, den Grad der Eisenüberladung zu bestimmen, ohne eine Biopsie vornehmen zu müssen. Bei einer Eisenüberladung sollten eisenhaltige Medikamente und Alkohol gemieden werden. Therapeutische Option ist eine Eisenentleerungs-Therapie (Eisenchelation).


Empfehlungen:

Im ersten Jahr sollten alle 3 – 6 Monate die Leberwerte bestimmt werden.

Bei Patienten mit bekannter Hepatitis B oder C sollte regelmäßig die Viruslast bestimmt werden. Außerdem sollte man einen Leberspezialisten hinzuziehen.

Leberbiopsien sollten insbesondere nach 8 – 10 Jahren bei Patienten mit Hepatitis C erwogen werden.

Das Serum-Ferritin sollte 1 Jahr nach der Transplantation bestimmt werden. Falls es erhöht ist, ist eine Leberbiopsie – bzw. alternativ eine Magnetresonanztomographie - zu erwägen.



Vielen Dank für die Bearbeitung an
Dr. med. Dipl. Psych. Andreas Mumm
Klinik für Tumorbiologie - Freiburg


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