13.12.2018
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Erfahrungsbericht eines potentiellen Knochenmark- / Stammzellspenders


Manfred Debong (16. Juli 2004)

Einem Menschen Leben zu schenken, ist wohl das Höchste was es geben kann auf dieser sonst so herzlosen Welt.
Ich durfte bisher zweimal eine ähnliche Erfahrung machen bei der Geburt unserer beiden Kinder. Ein Glücksmoment, das ich eigentlich gar nicht beschreiben kann. Freude und Dankbarkeit stehen dabei im Vordergrund.
Um auch anderen Menschen ein wenig von solchen Erlebnissen weiter schenken zu können, war meine Motivation, mich bei der Deutschen Knochenmarksspenderdatei (DKMS) anzumelden bzw. typisieren zu lassen. Das ist nun schon einige Jahre her. Und obwohl ich meinen Spenderausweis immer bei mir trage, ist die Angelegenheit oft aus dem Bewusstsein gewicht. Umso mehr habe ich mich im Juni 2004 gefreut, von der DKMS Post zu bekommen mit der Mitteilung, dass ich wohl eine hochgradige Deckung mit den Gewebemerkmalen eines Leukämiekranken hätte und nun nähere Untersuchungen starten sollten. Dazu wurde mir eine Blutentnahmegarnitur zugeschickt, mit der ich mir bei einer bekannten Ärztin ein Röhrchen Blut (10 ml) abnehmen ließ. Mit großer Hoffnung wurde diese Probe im Freiumschlag zurück geschickt. Und siehe da, die Übereinstimmung mit dem Empfänger wurde durch diese Blutuntersuchung auf ca. 80 – 90 % gesteigert.
Daraufhin bekam ich ausführliches Informationsmaterial, das beschrieb, dass nun schon eine Phase erreicht sei, die der berühmten Nadel im Heuhaufen gleicht.
Nach weiteren ausführlichen telefonischen Auskünften wurde am 13.06.04 ein weiterer Termin festgelegt, der nun beim Hausarzt festgemacht wurde. Dort habe ich an diesem Tag fünf Röhrchen, also ca. 50 ml Blut abgegeben, die größtenteils von einem Eilkurier abgeholt wurden. Ein Röhrchen wurde mit einem Freiumschlag per Post verschickt. Nun beginnt für mich ein banges Warten auf das Ergebnis.
Ich würde mich unbeschreiblich freuen, wenn ich auf eine solche Weise einem Menschen Leben schenken könnte. Dabei ist mir die Art der Spende, ob Knochenmark unter Vollnarkose oder Stammzellenspende, eigentlich gleich. Beides ist für mich akzeptabel. Die möglichen Nebenwirkungen und Risiken einer Vollnarkose oder das ein wenig unangenehme, mehrere Stunden dauernde Ausfiltrieren der Stammzellen aus dem Blut, steht in keinem Verhältnis zum Ziel dieser Maßnahme. Ich habe bereits einige Male eine Thrombozytenspende mitgemacht, so dass ich diesen Vorgang auch gut kenne.
Hinter allem steht eine gewaltige Vorfreude und Hoffnung, passender Spender zu werden für einen Kranken, der sonst wohl kaum eine lange Überlebenschance hätte.
Es ist mir auch völlig gleich, ob der Empfänger groß oder klein, weiblich oder männlich ist. Selbst wenn dieses Mal keine Möglichkeit besteht, Spender zu werden, werde ich mich keinesfalls davon abschrecken lassen, auch zukünftig bereit zu sein, Leben zu spenden.

Manfred Debong
Ständiger Diakon
Ainestorfstraße 16
66806 Ensdorf


Vielen Dank für den Bericht an
Manfred Debong


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