13.12.2018
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Anschlussheilbehandlung eines Patienten nach Chemotherapie bei großzellig-diffusem B-Zell-Lymphom in der Klinik Reinhardshöhe Bad Wildungen-Reinhardshausen


(August 2009)

 

Zeitraum der Durchführung:

16.07.2009 – 13.08.2009

 

Dauer:

4 Wochen

 

Lage der Klinik:

Direkt am Stadtwald von Bad Wildungen-Reinhardshausen und direkt am Homberg gelegen; der Edersee und Kassel liegen etwa 35 km in nördlicher Richtung entfernt.

Die Quellenstraße führt an der Klinik vorbei; sie ist praktisch die Hauptstraße von Reinhardshausen, allerdings wenig befahren – ruhig, kaum Lärm.

Der Ort besteht hauptsächlich aus Kurkliniken und ein paar Kneipen/Cafes.

Das Stadtzentrum von Bad Wildungen liegt etwa 1,5 km von der Klinik Reinhardshöhe entfernt.

 

Zimmer:

Jedes Zimmer ist mit Dusche/WC, Telefon und kostenlosem Fernsehgerät und Kühlschrank ausgestattet; Sauberkeit o.k.; Zimmerpersonal sehr freundlich.

 

Essen:

  • Der Fokus lag eindeutig auf Fleisch und Kartoffeln; ein Alternativ-Menü gab es nicht
    Lediglich Diätkost war in Absprache mit dem behandelnden Arzt vorgesehen
    Auswahl am Salatbuffet jedoch reichhaltig und schmackhaft
  • Gedränge an der Salatbar
  • wenn man auch zum Abendessen Brötchen haben möchte, muss man pünktlich erscheinen
  • es gibt auch eine Diät-Lehrküche; kann ich nichts darüber berichten; habe ich nicht getestet

 

Therapieangebote:

  • Psychoonkologische Einzel- und Gruppengespräche
  • Vorträge am Overheadprojektor und Beamer über Krankheitsbewältigung, Fatigue, Darmkrebs, Lungenkrebs; ein Vortrag über Non-Hodgkin-Lymphome/Leukämie gab es allerdings nicht
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und autogenes Training
  • Ergotherapie (in Raps greifen bei Polyneuropathien; Maltherapie, Korbflechten, Gedächtnis- und Merktraining)
  • Training im Fitnessraum
  • Bäderanwendungen (nicht getestet; wurde mir nicht verordnet)
  • Aqua Jogging
  • Walking und Nordic-Walking

Anmerkungen zu den Therapieangeboten:

  • Nordic-Walking wird in 2 Gruppen durchgeführt: eine starke und eine schwächere Gruppe
    in der starken Gruppe ist gute Kondition erforderlich:
    die Strecken sind teilweise bis zu 12 km lang mit erheblichen Steigungen (Homberg)
    Die Grenze meiner damaligen Leistungsfähigkeit wurde bei mir damals erreicht
  • sehr gute Ausstattung des Fitnessraums
  • die Rapstherapie war bei mir sehr erfolgreich: das Kribbeln an den Händen ist weg
  • sehr schönes Schwimmbad (auch in der Freizeit nutzbar), jedoch der Whirlpool war 4 Wochen lang kaputt
  • die Anwendungen haben sich teilweise zeitlich überschnitten, man musste die ein oder andere Mittagspause kürzen; die Therapieplaner waren jedoch für Änderungswünsche offen

 

Freizeitangebote:

Von der Klinik werden Wanderungen in die nähere Umgebung, Kegeln, Gesellschaftsspiele und ähnliches organisiert.
Langeweile war dort ein Fremdwort; ich war ein bisschen am Club-Aldiana-Syndrom erkrankt: wenn man an allem teilnimmt hat man keine Zeit, um beispielsweise ein Buch zu lesen.

Darüber hinaus hat die Stadt Bad Wildungen ein kulturelles Angebot, Bustouren an den Edersee werden ebenfalls von der Stadt angeboten

Highlight der Stadt Bad Wildungen war ein Hochseilgarten der vom dortige.n roten Kreuz betrieben wurde.

Der Hochseilgarten war nicht im Therapieplan gestanden; ich habe das auf eigene Faust gemacht. War eine interessante neue Erfahrung, anderen (fremden) Menschen zu vertrauen und das Vertrauen neu zu lernen, das unbedingt notwendig war, um den Parcours zu bewältigen.

 

Mitpatienten:

Der Altersdurchschnitt lag bei geschätzten 65 Jahren; mit 41 ist man dort schon „junges Gemüse“. Jüngeren Patienten (unter 40) würde ich diese Klinik nicht empfehlen.

Die Gespräche mit den älteren Patienten waren sehr aufschlussreich und hatten sogar mehr gebracht als die organisierten Gruppengespräche.

 

Was mir sonst noch aufgefallen ist:

Der Zapfenstreich (Ausgang) ist bis 22:00 Uhr, wer danach kommt, muss die Nachtschwester rausklingeln.

Parkplätze direkt an der Klinik gibt es nicht; Halten vor der Klinik zum Be- und –Entladen erlaubt.

Der Klinikparkplatz ist etwa 80 m von der Klinik in Richtung Homberg entfernt (etwa 10 % Steigung). Der (schöne) Kurpark von Reinhardshausen liegt etwa 50 m in der entgegen gesetzten Richtung. Für gehbehinderte Menschen wahrscheinlich ein Problem.

 

Fazit:

Auf einer Skala von 1-10; wobei 1 die schlechteste und 10 die beste Wertung ist, gebe ich der Klinik Reinhardshöhe in Bad Wildungen-Reinhardshausen die Wertung 7.
Die angesprochenen Unschönheiten hatten auf den (guten) Erholungswert keinen Einfluss.

 

 

 

Vielen Dank für den Bericht an den Autor.
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